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Artikeldetails

Federica Missaglia: Linguistische und sprachdidaktische Aspekte des Faches »Deutsch als Fremdsprache nach Englisch« und seine sprachpolitischen Implikationen (MU)
(English only? Was wird aus Deutsch und den anderen europäischen Sprachen? Teil 1)

Produktabbildung

Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)

Autor(in): Federica Missaglia

Titel: Linguistische und sprachdidaktische Aspekte des Faches »Deutsch als Fremdsprache nach Englisch« und seine sprachpolitischen Implikationen

Publikation in: Muttersprache, 119. Jahrgang, Heft 2

Seiten: 151–169 (19 Seiten)

Erschienen: 15.06.2009

Abstract: siehe unten


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Preis: 4,90 € inkl. MwSt.
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Abstract

Unter Berücksichtigung der sprachlichen Vielfalt Europas und der sich in nächster Zukunft
daraus entwickelnden sprach-, bildungs- und schulpolitischen Maßnahmen wird im vorliegenden
Beitrag auf die Sonderstellung des Deutschen als Fremdsprache nach Englisch (DaFnE) in Italien
eingegangen, wobei sowohl linguistische und sprachdidaktische als auch sprachpolitische Aspekte
berücksichtigt werden.
Um den Hintergrund der gegenwärtigen multilingualen Realität Europas – und Italiens – zu
skizzieren, wird zunächst ein kurzer historischer Überblick über die europäische Sprachenpolitik der
letzten 50 Jahre geboten, wobei das Augenmerk auf die wesentlichen für diesen Zusammenhang
relevanten Verträge und Beschlüsse gelegt wird. Dabei wird der Ausgangspunkt der gegenwärtigen
EU-Sprachenpolitik in den Weißbüchern aus den Jahren 1993 und 1995 angesetzt, daher wird
insbesondere auf die sprachpolitischen Maßnahmen ab Ende der 90er Jahre eingegangen, welche
verstärkt für den Erwerb zweier europäischer Fremdsprachen in frühem Alter plädieren, umso
mehr in einer zunehmend durch Mehrsprachigkeit geprägten EU.
Diesem Trend schließt sich nach der jüngsten Bildungsreform auch Italien an. Aus den möglichen
Sprachenkombinationen, welche sich für italienische Sprachenlerner bieten, wird im Beitrag
auf das Sprachentripel Italienisch – Englisch – Deutsch eingegangen. Das spezifische Beispiel
für dreifachen Sprachkontakt zeichnet sich dadurch aus, dass die erste Fremdsprache mit der
zu erwerbenden zweiten Fremdsprache in sprachtypologischer Hinsicht vergleichbar ist. Es soll
dabei festgestellt werden, ob und inwiefern die Kenntnis einer germanischen Sprache (Englisch)
die Basis für Transfer und Interferenzerscheinungen beim Erwerb einer weiteren germanischen
Sprache (Deutsch) darstellen kann. Dabei werden sowohl Aspekte der kontrastiven Linguistik
dargestellt als auch didaktisch-methodische Implikationen für den L3-Erwerb bei der gesteuerten
Fremdsprachenvermittlung diskutiert. Darüber hinaus werden spezifische sprach- und
bildungspolitische Maßnahmen für die zukünftige Sprachenpolitik thematisiert, welche generell
für Europa und spezifisch für Italien gelten.

Considering the linguistic plurality of the European Union and the linguistic, educational and political
actions that will derive from it in future, this article concerns the special status of German as a
foreign language after English (DaFnE) in Italy.
In order to depict the background of present-day European – and Italian – multilingualism, a short
overview of the European language policy with the most relevant treaties and decisions of the last
50 years will be given.
With the White Books of 1993 and 1995 being viewed as the starting points of the European
language policy, treaties and actions after the end of the 90s will be taken into particular
consideration, i.e. especially the treaties and actions which systematically encourage the early
acquisition of two foreign languages, much more in an EU which is increasingly being characterized
by multilingualism.
After the recent reform in the education system, Italy is following the European trend, too. Against
the background of the possible language combinations for Italian language learners, in this article
the language triplet Italian-English-German is considered. This specific example of triple language
contact is characterized by the fact that the first foreign language is typologically similar to the
second foreign language still to be acquired. It will be investigated whether and to what extent
the knowledge of a Germanic language (English) may be considered the basis for transfer and
interference when acquiring a further Germanic language (German). Aspects of contrastive
linguistics will be presented and didactic and methodological implications for L3 acquisition in a formal setting will be discussed. Furthermore, the interest will lie on specific actions in the fields
of future language and education policy in Europe and in Italy.