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Jeanette Hermeler: Die Assoziation von Geschlecht bei Personenbezeichnungen ohne gebräuchliche feminine Ableitung (MU)

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Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)

Autor(in): Jeanette Hermeler

Titel: Die Assoziation von Geschlecht bei Personenbezeichnungen ohne gebräuchliche feminine Ableitung

Publikation in: Muttersprache, 131. Jahrgang, Heft 3

Seiten: 270–289 (20 Seiten)

Erschienen: 15.09.2021

Abstract: siehe unten

URI: https://doi.org/10.53371/60284


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Abstract

In der vorliegenden Studie wurden als geschlechtsneutral zu betrachtenden Personenbezeichnungen untersucht, da sie entweder das neutrale Genus aufweisen (Opfer, Mitglied) oder keine femininen Pendants zu den maskulinen Wörtern existieren (Gast, Fan). Als Ergebnis des bis dato bestehenden Forschungsdesiderats lässt sich festhalten, dass unter Berücksichtigung von soziodemografischen Daten wie Alter, Bildungsgrad und Wohnortgröße keine nennenswerte Abweichung bei Geschlechterassoziationen zu generisch-maskulinen Wörtern (Schüler) bestehen. Daraus folgt, dass geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen hinsichtlich der Assoziation von Frauen keine oder nur eine geringe Verbesserung darstellen, womit vorwiegend die Beidnennung als zielführend anzusehen ist und neutrale Maskulina verwendet werden sollten, anstatt sie durch komplexe oder semantisch abweichende Wörter zu ersetzen (Besuchsperson).

In the present study, personal terms to be regarded as gender-neutral were examined, since they either have the neutral gender (Opfer ›victim‹, Mitglied ›member‹) or no feminine counterparts to the masculine words exist (Gast ›guest‹, Fan ›fan‹). As a result of the research desideratum that has existed to date, it can be stated that, taking into account socio-demographic data such as age, level of education and size of place of residence, there is no significant deviation in gender associations to generic-masculine words (Schüler ›pupil‹). From this it follows that gender-neutral personal names represent no or only a slight improvement with regard to the association of women, with which predominantly the co-nomination is to be regarded as target-oriented and neutral masculines should be used instead of replacing them by complex or semantically deviating words (Besuchsperson ›visiting person‹).