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Katja Lochtman: Deutsch als Fremdsprache und andere Zielsprachen in Brüssel (MU)
(English only? Was wird aus Deutsch und den anderen europäischen Sprachen? Teil 1)

Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)
Autor(in): Katja Lochtman
Titel: Deutsch als Fremdsprache und andere Zielsprachen in Brüssel
Publikation in: Muttersprache, 119. Jahrgang, Heft 2
Seiten: 126–136 (11 Seiten)
Erschienen: 15.06.2009
Abstract: siehe unten

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Abstract
Brüssel ist eine internationale und mehrsprachige Stadt, wo die Verwendung des Englischen
zunimmt und wo eine positive Einstellung Fremdsprachen gegenüber selbstverständlich
sein dürfte. In diesem Beitrag wird gezeigt, dass auch in einem solchen Kontext einzelne
Sprachen nicht unbedingt gleich bewertet werden. Es wird der Frage nachgegangen, inwiefern
Einstellungen zu einzelnen Sprachen die Sprachlernmotivation und den Erwerb dieser
Sprachen beeinflussen können. Dabei steht die Rolle des Deutschen als Fremdsprache (DaF) im
Mittelpunkt. Mit Hilfe einer Attitüdenuntersuchung bei Studierenden der französischsprachigen
und der niederländischsprachigen Freien Universität Brüssel und bei Schülern im flämischen
Sekundarunterricht soll dies erläutert werden. Bei der Analyse der Ergebnisse stellte sich
heraus, dass die Sprachlernmotivation je nach Zielsprache (Deutsch, Englisch, Niederländisch,
Französisch und Spanisch) sehr variieren kann. Die Fremdsprachen, für die eine integrative
Motivation besteht, können mit positiven Einstellungen verbunden werden, die anderen mit
negativen. Dies hat wahrscheinlich einen Einfluss auf den Lernerfolg. Es erhebt sich die Frage,
wie dies bei der Förderung der Mehrsprachigkeit berücksichtigt werden soll. Kann ein inhalts- und
erfahrungsorientierter Fremdsprachenunterricht die Sprachlernmotivation für weniger beliebte
Fremdsprachen wie DaF erhöhen und somit den Fremdsprachenerwerb fördern?
Brussels is a multilingual city, where the use of English is becoming more widespread and where
positive foreign language attitudes could be expected. Not all languages are appreciated in the
same way, however. In what way do language attitudes influence language learning motivation
and foreign language acquisition? In this respect, the article focuses on the role of German as a
foreign language (GFL) in Belgium and Brussels. Both French- and Dutch-speaking students in
Brussels and Flemish secondary school pupils were asked to fill in a questionnaire on language
attitudes and motivation. The results indicate that language learning motivation differs according to
the foreign language under investigation (German, English, Dutch, French and Spanish). Integrative
motivation seems to be linked to positive language attitudes, whereas instrumental motivation
seems to be associated with negative attitudes. This might influence the success of foreign
language acquisition. The question arises, how and whether language attitudes and language
learning motivation can be altered. It is suggested that a foreign language pedagogy, whereby
content and language are integrated (CLIL), could enhance the language learning motivation for
less popular languages such as GFL.