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Lech Zieliński: Ideologie und Lexikographie. Empirische Untersuchung der ideologischen Wende im Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache von Ruth Klappenbach und Wolfgang Steinitz (MU)

Produktabbildung

Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)

Autor(in): Lech Zieliński

Titel: Ideologie und Lexikographie. Empirische Untersuchung der ideologischen Wende im Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache von Ruth Klappenbach und Wolfgang Steinitz

Publikation in: Muttersprache, 118. Jahrgang, Heft 3

Seiten: 185–207 (23 Seiten)

Erschienen: 15.09.2008

Abstract: siehe unten


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Preis: 4,90 € inkl. MwSt.
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Abstract

Ende der 60er Jahre des 20. Jh. wurde in der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin
eine Reform durchgeführt, in deren Folge die SED die Akademie unter ihre Kontrolle brachte.
Die Redaktion des Wörterbuchs der deutschen Gegenwartssprache wurde zur Änderung der
Wörterbuchkonzeption angehalten, obwohl drei Bände des insgesamt sechsbändigen Werkes
bereits vorlagen. Die sog. neue Konzeption, die in der Vorbemerkung zum IV. Band präsentiert
wurde, kam im Grunde der Ideologisierung des Wörterbuchs gleich. Der Aufsatz will die
Ideologisierung des Wörterbuchs anhand der Verwendung von zwei Kampfwörtern (imperialistisch,
reaktionär) in den Definitionen empirisch untersuchen. Die gewählten Adjektive stellen typische
Beispiele für Kampfwörter dar, die von den Machthabern der DDR verwendet wurden, um auf
den ideologischen Gegner zu verweisen bzw. ihn zu diffamieren. Das Hauptaugenmerk der
Untersuchung wird auf ihre Verwendungshäufigkeit und -art in den vor und nach 1970 redigierten
Bänden gelegt. Somit können die Differenzen sowohl qualitativ als auch quantitativ erfasst und das
Ausmaß der Ideologisierung zumindest in dieser Teiluntersuchung vollständig ermittelt werden.
Im Aufsatz wird darauf verwiesen, dass für die vollständige Ermittlung der Ideologisierung des
erforschten Wörterbuchs weitere analoge Untersuchungen notwendig sind.

In the late 1960s the German Academy of Sciences in Berlin was ideologically reformed. After this
reform, the SED took overall control over every research project being conducted or planned at the
Academy. Despite the fact that three out of six volumes had been published before, the editors
of Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (A Dictionary of Contemporary German) were
obliged to apply the so-called new conception to the last three volumes that relied on Marxism-
Leninism. The new conception can be considered therefore as ideologisation of the Dictionary. The
paper focuses on this process and analyzes the usage of two adjectives imperialistisch, reaktionär
(imperialistic, reactionary) in the definitions which belonged to the propaganda vocabulary used to
describe or defame ideological enemies. It compares qualitatively and quantitatively their usage
(frequency of occurrence and the way they were used in definitions) in the volumes published
before (I−III) and after (IV−VI) ideological changes mentioned above and provides new knowledge
on the ideologisation process as well as on its scale.