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Sabine Krome: Zwischen gesellschaftlichem Diskurs und Rechtschreibnormierung: Geschlechtergerechte Schreibung als Herausforderung für gelungene Textrealisation (MU)
(»Sprache und Geschlecht.« Beiträge zur Gender-Debatte)

Produktabbildung

Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)

Autor(in): Sabine Krome

Titel: Zwischen gesellschaftlichem Diskurs und Rechtschreibnormierung: Geschlechtergerechte Schreibung als Herausforderung für gelungene Textrealisation

Publikation in: Muttersprache, 130. Jahrgang, Heft 1

Seiten: 64–78 (15 Seiten)

Erschienen: 15.03.2020

Abstract: siehe unten


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Abstract

In der deutschsprachigen Gender-Mainstreaming-Debatte treten sprachpolitische Positionen in Konflikt mit grammatischen Regularitäten und orthografischen Normen – nicht selten ohne wesentliche Annäherung. Der Beitrag beleuchtet die Debatte aus der Perspektive des Rats für deutsche Rechtschreibung und argumentiert anhand paradigmatischer Textbeispiele aus dem aktuellen Schreibgebrauch für eine textsorten- und zielgruppenspezifische Realisierung geschlechtergerechter Schreibung. Ausgehend vom breiten Spektrum entsprechender Strategien in bisherigen Leitfäden, Richtlinien und Empfehlungen werden Möglichkeiten einer orthografisch korrekten und sprachlich angemessenen Umsetzung aufgezeigt – in einem multiperspektivischen Ausgleichsversuch beider Diskurspole: Gendergerechte Texte sollen sachlich korrekt, verständlich, lesbar und vorlesbar sein, Rechtssicherheit und Eindeutigkeit gewährleisten sowie die Konzentration auf wesentliche Sachverhalte und Kerninformationen sicherstellen. Abschließend wird diskutiert, welche Rolle der Rat vor dem Hintergrund seines Auftrags der Bewahrung der Einheitlichkeit der Orthografie im gesamten deutschen Sprachraum in der Debatte einnehmen könnte und sollte.

In the German-speaking debate on gender mainstreaming, grammatical regulation and orthographic norms are confronted with demands of language policy – so far with no significant consensus. This study analyses the debate from the perspective of the Council for German Orthography arguing for a text specific realization of gender-sensitive spelling by using paradigmatic examples of text types based on current spelling practices. Referring to the wide scope of gender- sensitive strategies in existing guidelines and recommendations, alternatives of orthographically correct as well as linguistically appropriate text realizations are evaluated trying to balance both poles of discourse: Gender-fair texts should be factually correct, comprehensible and legible as well as they should guarantee legal certainty and unambiguity. In addition, they should concentrate on core information for both readers and listeners. The final discussion focuses on the role that the Council for German Orthography could and should play within the debate.