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Fan & Chen: Legitimierung des Wandels im deutschen Sicherheitsdiskurs. Eine Diskursanalyse von Scholz’ »Zeitenwende«-Rede (MU)

Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)
Autor(inn)en: FAN Xingxing / CHEN Qi
Titel: Legitimierung des Wandels im deutschen Sicherheitsdiskurs. Eine Diskursanalyse von Scholz’ »Zeitenwende«-Rede
Publikation in: Muttersprache, 136. Jahrgang, Heft 3
Seiten: 222–238 (17 Seiten)
Erschienen: 15.09.2026
Abstract: siehe unten
URI: https://doi.org/10.53371/61612

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Abstract
Der russische Einmarsch in die Ukraine markierte einen Wendepunkt der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. In seiner »Zeitenwende«-Rede vom 27. Februar 2022 legitimierte Bundeskanzler Olaf Scholz eine tiefgreifende strategische Neuausrichtung, einschließlich erhöhter Militärausgaben und Waffenlieferungen. Diese Studie analysiert auf Basis der Proximisierungstheorie und der diskursiven Annäherung von Bedrohung in räumlicher, zeitlicher und axiologischer Hinsicht, wie Scholz rhetorisch einen Handlungsdruck konstruierte, um politische Maßnahmen zu legitimieren. Die drei Dimensionen wirken dabei synergetisch, um eine überzeugende narrative Grundlage für den sicherheitspolitischen Wandel zu schaffen. Die Arbeit erweitert bestehende Legitimationsforschung im Krisendiskurs und eröffnet neue Perspektiven für die Anwendung der Proximisierungstheorie im deutsch-europäischen sicherheitspolitischen Kontext.
The Russian invasion of Ukraine marked a turning point in German foreign and security policy. In his »Zeitenwende« speech on February 27, 2022, Chancellor Olaf Scholz justified a fundamental strategic realignment, including increased military spending and arms deliveries to Ukraine. This study analyzes how Scholz discursively constructed threat scenarios through spatial, temporal, and axiological proximization in order to legitimize this shift in security policy. These three dimensions work together to create a compelling narrative foundation for political legitimation. The study contributes to the field of legitimacy research in political crisis discourse and extends the application of Proximization Theory to the German security policy context.