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Karin Buselmeier: Schulerfolg und Mehrsprachigkeit (MU)

Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)
Autor(in): Karin Buselmeier
Titel: Schulerfolg und Mehrsprachigkeit
Publikation in: Muttersprache, 118. Jahrgang, Heft 2
Seiten: 146–155 (10 Seiten)
Erschienen: 15.06.2008
Abstract: siehe unten

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Abstract
2006, in der ersten Jahreshälfte, wurde eine teilweise äußerst polemische Mediendebatte geführt
über die Sprachregelung an einer Realschule im Berliner Wedding. Nicht zuletzt angesichts der
babylonischen Sprachenvielfalt unter den Schülern hatte die Schulkonferenz entschieden: »Die
Schulsprache unserer Schule ist Deutsch.« Besonders türkische Medien und Verbände sowie
Vertreter der Grünen und andere Multikulti-Verfechter skandalisierten den Beschluss, von
»Zwangssprache« war die Rede und von »Germanisierungsdruck«. Auch die Siegener Linguistin
Gesa Siebert-Ott, Verfasserin renommierter Arbeiten zum Themenkomplex Mehrsprachigkeit
und Möglichkeiten der sprachlichen Förderung von Kindern, deren Familiensprache nicht die
Schulsprache ist, griff mit einem alsbald ins Netz gestellten Beitrag in die Kontroverse ein. In
»Deutsch (lernen) auf dem Schulhof?« legt sie dar, dass weder die Befürworter noch die Kritiker
des Schulsprachenbeschlusses sich auf den vielzitierten kanadischen Sprachwissenschaftler
Jim Cummins und seine Stellungnahmen zur Bedeutung des herkunftssprachlichen Unterrichts
berufen können.
In the first half of 2006, a public debate emerged prompted by the language regulation of a
secondary school in Wedding, a suburb of Berlin. Given the Babylonian language diversity among
its students teachers, parents and students had decided: »The language of our school is German.«
This decision provoked strong condemnations, particularly by Turkish media and civil society
organisations, by representatives of the Green Party and other advocates of multiculturalism.
Critics bemoaned the imposition of a »compulsory language« and the »enforced germanization«.
Among those participating in the debate was the linguist Gesa Siebert-Ott, who has published
major works on multilingualism and language training for children whose mother tongue is not
the language of instruction at school. In her contribution »(Learning) German in the Schoolyard?«
she argued that none of the contending parties, neither critics nor defenders of the controversial
language regulation, can base their claims on the often quoted Canadian linguist Jim Cummins and
his studies on the importance of mother-tongue education.