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Claudio Di Meola: Genusschwankungen im Deutschen: (k)ein marginales Phänomen (MU)

Produktabbildung

Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)

Autor(in): Claudio Di Meola

Titel: Genusschwankungen im Deutschen: (k)ein marginales Phänomen

Publikation in: Muttersprache, 136. Jahrgang, Heft 1

Seiten: 1–24 (24 Seiten)

Erschienen: 15.03.2026

Abstract: siehe unten

URI: https://doi.org/10.53371/61459


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Preis: 4,90 € inkl. MwSt.
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Abstract

Nominale Genussschwankungen stellen keineswegs isolierte Einzelfälle dar. Nicht standardsprachliche Genusbelege haben überraschenderweise eine bemerkenswerte Verbreitung. Einerseits handelt es sich dabei um periphere Bereiche des Lexikons, vor allem Fremdwörter, Neologismen und veraltende Wörter sowie bildungs- und fachsprachliche Nomina. Andererseits sind auch Kernbereiche des Lexikons betroffen: a) Nomina, die eine eingeschränkte morpho-phonologische Reihenbildung aufweisen; b) Nomina mit einem ›unauffälligen‹ Genus, die selten mit definitem Artikel und/oder im Singular verwendet werden; c) Nomina, die durch einen Transparenzverlust gekennzeichnet sind, so vor allem Derivate mit einer Bedeutungsverblassung des Suffixes, Komposita mit einer Bedeutungsänderung oder einem generellen Salienzverlust des Grundwortes sowie Abkürzungen. Genussschwankungen sind somit nicht auf okkasionelle Fehlleistungen zurückzuführen, sondern als Indiz für die inhärente Instabilität und Dynamik eines grammatischen Subsystems zu interpretieren.

Nouns with oscillating grammatical gender are by no means isolated cases. Surprisingly, non-standard gender occurrences are remarkably widespread. On the one hand, they can be found in peripheral areas of the lexicon, especially foreign words, neologisms and obsolescent words, as well as academic and technical nouns. On the other hand, core areas of the lexicon are also affected: a) nouns that exhibit limited morpho-phonological series formation; b) nouns with an ›inconspicuous‹ gender that are rarely used with the definite article and/or in the singular; c) nouns that are characterised by a loss of transparency, especially derivatives with a fading meaning of the suffix, compounds with a change in meaning or a general loss of salience of the base word, and abbreviations. Gender oscillations are therefore not due to occasional slips, but should be interpreted as an indication of the inherent instability and dynamism of a grammatical subsystem.