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Artikeldetails

Werner Zillig: Verhaltenslinguistik. Ein neuer Weg der Sprachwissenschaft (MU)

Produktabbildung

Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)

Autor(in): Werner Zillig

Titel: Verhaltenslinguistik. Ein neuer Weg der Sprachwissenschaft

Publikation in: Muttersprache, 114. Jahrgang, Heft 4

Seiten: 289–310 (22 Seiten)

Erschienen: 15.12.2004

Abstract: siehe unten


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Preis: 4,90 € inkl. MwSt.
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Abstract

In der nachfolgenden Darstellung geht es darum, das Konzept einer »Verhaltenslinguistik« vorzustellen,
das an der Universität Innsbruck entwickelt worden ist und gegenwärtig seinen Weg
geht, vom programmatischen Entwurf hin zur praktischen Ausgestaltung. Die Verhaltenslinguistik
ist durch drei programmatische Eigenheiten gekennzeichnet: (i) Sie reflektiert die Fehler und Unzulänglichkeiten
des strukturalistischen Paradigmas, von dem sie sich, wegen dieser Fehler und
Unzulänglichkeiten, abgrenzt. Sie tut dies, ohne die guten Gründe, die zur Ausbildung der strukturalistischen
Denkweise geführt haben, zu verkennen und ohne die Möglichkeiten, die sich durch
eine strukturelle Darstellung der Sprachen ergeben, in Abrede zu stellen. (ii) Die Verhaltenslinguistik
will auf der Grundlage dessen, was unter (i) gesagt ist, praktisch werden, die sprachlichen und
allgemein kommunikativen Probleme der Menschen darstellen und auch Mittel aufzeigen, durch
die den Menschen geholfen werden kann, diese Probleme zu überwinden. (iii) Die Verhaltenslinguistik
plädiert dafür, linguistische Forschungen generell zu popularisieren, um dem Fach Linguistik
das Odium weltfremder Absonderlichkeit und elfenbeintürmlerischer Nutzlosigkeit zu nehmen.
Am Ende werden zwei Varianten der Verhaltenslinguistik skizziert: eine zeichentheoretisch und
eine pragmatisch-situativ orientierte.

This paper presents a linguistic concept referred to as »linguistics of behavior« (Verhaltenslinguistik).
This concept was developed at the University of Innsbruck and is now moving from a
programmatic plan to its embodiment in practice. Linguistics of behavior is characterized by three
programmatic traits: (i) It reflects on failures and deficiencies of the structuralist paradigm and is
therefore distinct from linguistic structuralism – though the new concept does not deny the merits
of the structuralist approach and admits the possibilities of modeling natural languages by means
of structuralism. (ii) Under these premises linguistics of behavior will be relevant in practice. It will
describe and try to solve real and obvious communicative problems of individuals and society.
(iii) Linguistics of behavior seeks to make the results of linguistic research available to a general
audience and to free linguistics from the suspicion of being a useless product detached from
reality and confined to an ivory tower. Finally, two versions of linguistics of behavior will be outlined:
The first uses and develops assumptions from the theory of signs, and the second is oriented
towards a pragmatic theory of communicative situations.