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Joachim Grzega: Ein Spítzenpolitiker ist nicht immer ein Spítzen-Polítiker. Wie man prosodische Akzente nutzt, um semantische »Akzente« zu setzen (MU)

Produktabbildung

Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)

Autor(in): Joachim Grzega

Titel: Ein Spítzenpolitiker ist nicht immer ein Spítzen-Polítiker. Wie man prosodische Akzente nutzt, um semantische »Akzente« zu setzen

Publikation in: Muttersprache, 114. Jahrgang, Heft 4

Seiten: 321–332 (12 Seiten)

Erschienen: 15.12.2004

Abstract: siehe unten


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Preis: 4,90 € inkl. MwSt.
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Abstract

Der vorliegende Beitrag versucht zu eruieren, welche Akzentmuster deutsche Sprecher/-innen bei
Fügungen mit den Morphemen {spitze}, {super}, {aktiv} und {passiv} wählen und welche Relevanz
dabei der Auflösung von Polysemie zukommt. Dazu wurden 70 Personen anhand von einschlägigen
Beispielsätzen interviewt. Es erwies sich, (a) dass Spitzen- meist als Erstglied von Komposita
verwendet wird, wobei zwischen [´spitzen-X] und [´spitzen-´X] im Sinne von ›herausragend, sehr
gut‹ frei variiert werden kann, wenn es noch keine homonymen lexikalisierten Formen gibt, (b)
dass super im Sinne von ›sehr gut‹ meist wie ein indeklinables Adjektiv gebraucht wird und (c) dass
der Unterschied [´aktiv] vs. [ak´tiv] bzw. [´passiv] vs. [pas´siv] recht individuell gehandhabt wird.

The following contribution investigates which stress patterns Germans use for combinations with
the morphemes {spitze}, {super}, {aktiv} and {passiv} and what role is played in these instances by
the dissolution of polysemy. 70 persons were interviewed on some relevant sentence examples.
The results are (a) that Spitzen- is mostly used as the first element of compounds, with [´spitzen-
X] and [´spitzen-´X] in the sense of ›outstanding, very good‹ being in free variation if there are no
lexicalized homonymous forms, (b) that super is mostly used like an indeclinable adjective and (c)
that the difference between [´aktiv] vs. [ak´tiv] as well as [´passiv] vs. [pas´siv] is dealt with in a
quite individual way.