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Artikeldetails

Christa Dürscheid: Normabweichendes Schreiben als Mittel zum Zweck (MU)

Produktabbildung

Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)

Autor(in): Christa Dürscheid

Titel: Normabweichendes Schreiben als Mittel zum Zweck

Publikation in: Muttersprache, 115. Jahrgang, Heft 1

Seiten: 40–53 (14 Seiten)

Erschienen: 15.03.2005

Abstract: siehe unten


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Preis: 4,90 € inkl. MwSt.
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Abstract

Gegenstand des Beitrags sind Schreibweisen, die nicht der Normierung der deutschen Orthographie
entsprechen. Dazu gehören sowohl Normabweichungen, die die Zeichensetzung betreffen
(vgl. bahn.comfort), als auch solche, die auf der Ebene der Laut-Buchstaben-Zuordnung (vgl. Her-
COOLes
) und der Getrennt- und Zusammenschreibung (vgl. Weizen Bier) liegen. Auch Wörter, in
denen nichtalphabetische Zeichen (vgl. V*I*A*G*R*A) und logographische Zeichen (vgl. T€URO)
verwendet werden, fallen in diesen Bereich. Schließlich seien auch noch normabweichende Schreibungen
genannt, die aus der Chat- und SMS-Kommunikation bekannt sind (vgl. wie schaaade).
Einleitend wird dargelegt, welche formalen Muster hinter diesen Schreibungen stehen und wie sie
im Spannungsfeld von Usus und Norm, Graphematik und Orthographie zu beurteilen sind. Dabei
wird sich zeigen, dass die Normabweichungen viele Gemeinsamkeiten aufweisen, die Motive
der Schreiber/-innen aber ganz verschieden sind. Im letzten Teil soll mit Blick auf die Schreibgewohnheiten
in der Chat- und SMS-Kommunikation der Frage nachgegangen werden, wie diese im
öffentlichen Diskurs bewertet werden und welche Position die Linguistik dazu einnimmt.

The article deals with phenomena of spelling that do not correspond to the standardization of German
orthography. Such phenomena deviating from the norm can be found on the level of punctuation
(cf. bahn.comfort), on the level of the correlation between sounds and alphabetic characters
(cf. HerCOOLes) as well as on the level of writing lexical items as one word or two (cf. Weizen
Bier
). Within the scope of such phenomena, there are also words containing non-alphabetic signs
(cf. V*I*A*G*R*A) as well as logographic signs (cf. T€URO). Moreover, phenomena known from
chat and text message communication can be regarded as forms of spelling deviating from standard
orthography (cf. wie schaaade).
First, it will be shown what formal patterns constitute these forms of spelling and how they are to
be judged in the tense atmosphere of use and norm as well as of graphematics and orthography.
It will thus get obvious that the forms of spelling deviating from the norm have much common
ground, yet that the writers’ motives are quite different. With regard to the writing habits in chat
and text message communication, two questions will finally be pursued: How are these habits
judged in public discourse? And what view does linguistic research take regarding these habits?