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Götz Hindelang: Lexikologische Probleme im Sektendiskurs (MU)

Produktabbildung

Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)

Autor(in): Götz Hindelang

Titel: Lexikologische Probleme im Sektendiskurs

Publikation in: Muttersprache, 115. Jahrgang, Heft 2

Seiten: 168–185 (18 Seiten)

Erschienen: 15.06.2005

Abstract: siehe unten


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Preis: 4,90 € inkl. MwSt.
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Abstract

Im vorliegenden Aufsatz werden die sprachlichen Mittel untersucht, die während der Zeit der
Arbeit der Enquete-Kommission »Sogenannte Sekten und Psychogruppen« zwischen 1996 und
1998 zur Bezeichnung neuer religiöser und weltanschaulicher Bewegungen gebraucht wurden.
Das Problem beim Referieren auf die zur Debatte stehenden Gemeinschaften besteht darin, dass
es kein einzelnes Lexem gibt, das den ganzen Phänomenbereich abzudecken vermag. Gegenstand
der vorliegenden Arbeit sind die verschiedenen Formen und Gebrauchsweisen von Nominalphrasen,
mit denen man sich auf diese Gruppen bezogen hat.
In einem ersten Schritt werden die strukturellen Eigenschaften dieser Referenzmittel beschrieben.
Im zweiten Teil des Aufsatzes steht die Frage im Mittelpunkt, welche Teilnehmer am Diskurs
welche Bezeichnungen bevorzugt haben. Es werden drei Positionen unterschieden: die Sektenkritiker,
die Enquete-Kommission und die »Grünen«. Während bei den Sektenkritikern Ausdrücke
wie Sekte, Psychogruppe, destruktiver Kult etc. besonders häufig auftreten, schlägt die Enquete-
Kommission den Ausdruck neue religiöse und ideologische Gemeinschaften und Psychogruppen
vor. Die »Grünen« bevorzugen den Ausdruck neue religiöse und weltanschauliche Bewegungen.

This paper presents a study of the vocabulary used in the discussion on new religious movements
and cults in Germany between 1996 and 1998. The main linguistic problem of this debate was how
to refer to these groups. There is no single word that would cover the whole range of phenomena
under discussion. The paper examines the different strategies used by different participants to
solve this problem.
The first part of the paper gives a structural analysis of the noun phrases that are used to refer to
these religious movements. In the second part the question is asked: Which participants in the
debate use which kinds of noun phrases? Three main positions are distinguished. Participants who
are generally critical of cults and new religious movements prefer expressions like Sekte, Kult,
Psychogruppe
etc. The members of the »Enquiry Commissions of the German Parliament« into
»so-called sects and psycho-cults« propose the phrase neue religiöse und ideologische Gemeinschaften
und Psychogruppen
. The third group of participants consists of members of the German
political party »Bündnis 90/Die Grünen«. The representatives of this party use the expression neue
religiöse und weltanschauliche Bewegungen
.