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Artikeldetails

Walther Dieckmann: Zum sprachlichen Umgang mit möglicherweise täuschenden Eindrücken (MU)

Produktabbildung

Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)

Autor(in): Walther Dieckmann

Titel: Zum sprachlichen Umgang mit möglicherweise täuschenden Eindrücken

Publikation in: Muttersprache, 116. Jahrgang, Heft 1

Seiten: 1–17 (17 Seiten)

Erschienen: 15.03.2006

Abstract: siehe unten


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Preis: 4,90 € inkl. MwSt.
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Abstract

Der Aufsatz beschäftigt sich mit Situationen, in denen wir mit möglicherweise täuschenden Eindrücken
konfrontiert werden, und mit den sprachlichen Mitteln, die die deutsche Sprache für diese
Problemsituation zur Verfügung stellt. Unter ihnen erhalten anscheinend und scheinbar besondere
Aufmerksamkeit. Es stellt sich heraus, dass die Behauptungen und Argumente, die in der Sprachkritik
zu Gunsten der bekannten semantischen Unterscheidung vorgebracht worden sind, nur mit
Einschränkungen mit den sinnvollen Funktionen vereinbar sind, denen die Wörter in den Kommunikationssituationen
dienen. – Die Untersuchung soll die allgemeinere These illustrieren, dass die
Unzuverlässigkeit der Sprachkritik oft Konsequenz der Praxis ist, die Urteile aus fragwürdigen Annahmen
über Sprache und ihr Funktionieren abzuleiten, statt sie auf eine sorgfältige Beobachtung
des Sprachgebrauchs zu gründen.

The article deals with situations in which we are confronted with possibly deceiving impressions
and with the means the German language offers for this situation. Among them anscheinend
and scheinbar receive special attention. The analysis shows that the assertions and arguments
which have been advanced in language criticism in favor of the well-known semantic distinction
are compatible with the sensible functions they serve in the communicative situations only in a
limited way. – The investigation is meant to illustrate the more general thesis that the unreliability
of language criticism is often a consequence of the practice to deduce the judgements from
questionable assumptions about language and language functioning rather than to base them on a
careful observation of language use.