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Heiko Girnth/Andre Klump/Sascha Michel: »Du defamierst somit die Verfasser der Gästebucheinträge, wo wir wieder bei den Beleidigungen wären.« Volksetymologie gestern und heute im Romanischen und Germanischen (MU)

Produktabbildung

Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)

Autor(in): Heiko Girnth/Andre Klump/Sascha Michel

Titel: »Du defamierst somit die Verfasser der Gästebucheinträge, wo wir wieder bei den Beleidigungen wären.« Volksetymologie gestern und heute im Romanischen und Germanischen

Publikation in: Muttersprache, 117. Jahrgang, Heft 1

Seiten: 36–59 (24 Seiten)

Erschienen: 15.03.2007

Abstract: siehe unten


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Preis: 4,90 € inkl. MwSt.
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Abstract

Die Dokumentation und Explizierung volksetymologischer Prozesse war bislang auf die
Rekonstruktion schriftlicher Quellen angewiesen, wobei diese meist den postprozessualen Zustand
bzw. die bereits vollzogene Lexikalisierung widerspiegeln. Die mediale Revolution eröffnet nun die
Möglichkeit, mit Hilfe des Internets sprachliche Veränderungsprozesse anhand größerer Korpora
auszuwerten, die – bezogen auf die konzeptionelle Realisierung – vielfach eine Mittelstellung
zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit einnehmen. Dies ermöglicht es, volksetymologische
Veränderungsprozesse konkreter, aktueller Beispiele hinsichtlich ihrer Verbreitung und des
Entwicklungsstandes exakter zu erfassen, als dies bisher geschehen konnte. Am Beispiel der
Entwicklung des lateinischen Verbs diffamare in mehreren romanischen und germanischen
Sprachen soll nicht nur ein aktuelles Phänomen diskutiert, sondern auch die Ergebnisse in den
Rahmen der allgemeinen Forschung zur Volksetymologie eingeordnet werden.

In the past, the documentation and explanation of folk-etymological processes has been dependent
on the reconstruction of written sources, which mostly mirrored the post-processual result
respectively the already reached stadium of lexicalization. Today, the medial revolution makes it
possible to evaluate linguistic changes via extensive corpora with the help of the internet, which
– as far as the conceptual realisation is concerned – largely take a middle position between orality
and literacy. This allows us to analyse folk-etymological changes of specific and current examples
with regard to their occurrence and the stage of development more accurately than has been the
case so far. Taking the development of the Latin verb diffamare in several Romanic and Germanic
languages as an example, it is not only intended to discuss a current phenomenon but also to
integrate the results into the general frame of folk-etymological research.