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Thorsten Griesbach: Unwort als Brücke zum Sprachvolk. Zum sprachwissenschaftlichen Erkenntniswert laienlinguistischer Wortkritik (MU)

Produktabbildung

Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)

Autor(in): Thorsten Griesbach

Titel: Unwort als Brücke zum Sprachvolk. Zum sprachwissenschaftlichen Erkenntniswert laienlinguistischer Wortkritik

Publikation in: Muttersprache, 114. Jahrgang, Heft 2

Seiten: 97–114 (18 Seiten)

Erschienen: 15.06.2004

Abstract: siehe unten


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Preis: 4,90 € inkl. MwSt.
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Abstract

Der Aufsatz bietet einen Beitrag zu der aktuellen Diskussion um die Frage, wie sich die Sprachwissenschaft gegenüber der Gesellschaft öffnen kann, und verweist dazu auf ein in der Linguistik bislang nahezu unbeachtetes Untersuchungsobjekt: die laienlinguistische Wortkritik. Als ein erster Schritt zur Erforschung derselben werden hier bundesweite Umfragen mit dem Wort Unwort vorgestellt, wie sie vom Braunschweiger Seminar für deutsche Sprache und Literatur bereits zweimal initiiert worden sind. Zur Veranschaulichung dieser Methode wird dargestellt, warum Unwort als Instrument für solche Erhebungen besonders gut geeignet und ein Indikator für individuelles wortkritisches Denken ist. Im Weiteren werden die Braunschweiger »Unwort«-Aktionen mit ihrem empirischen Ansatz von der Aktion »Unwort des Jahres« abgegrenzt, die aufgrund ihres Konzepts der Jury-Entscheidung keinen Aufschluss über laienlinguistische Wortkritik geben kann. Anhand der sieben meistgenannten »Unwörter« bei der Braunschweiger Aktion im Jahr 2002 wird schließlich exemplarisch vorgeführt, wie vielfältig die Einblicke in das wortkritische Denken der Menschen sind, die eine solche Erhebung gewährt, und welcher Nutzen sich daraus sowohl für die Wissenschaft als auch für die Gesellschaft ergibt – womit sich in praxi zeigt, auf welche Weise dieses Modell den Status der Linguistik in der Öffentlichkeit verbessern kann.

The essay supplies a contribution to current discussion about how philology can open itself to society. For that purpose it refers to an object of analysis that so far has almost not been investigated by philology: the criticism of words by linguistic lays. As a first step of investigation the essay introduces nationwide inquiries with the word Unwort which have already been realized twice by the Brunswick »Seminar für deutsche Sprache und Literatur«. To illustrate that method the contribution shows why Unwort is especially qualified as an instrument for such elevations and why it is an indicator for individual critical thinking about words. Further on, the essay distinguishes the empirically based Brunswick »Unwörter«-campaign from the campaign »Unwort des Jahres« which doesn’t allow investigations of the above mentioned type because it is grounded on jury decisions. Finally the contribution shows – on the basis of seven words which were most criticized in the campaign of 2002 – the wide range of insights into people’s critique of language, that the Brunswick approach can offer. As these insights are useful for both scientific research and public interest, in the long run the Brunswick approach can improve the status of linguistics in society.