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Benjamin Dorn: Von wilden und von edlen Zungen. Über die Reflexion der deutschen Volkssprache im Mittelalter (MU)

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Produkttyp: Beitrag (Zeitschrift)

Autor(in): Benjamin Dorn

Titel: Von wilden und von edlen Zungen. Über die Reflexion der deutschen Volkssprache im Mittelalter

Publikation in: Muttersprache, 118. Jahrgang, Heft 4

Seiten: 332–356 (25 Seiten)

Erschienen: 15.12.2008

Abstract: siehe unten


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Preis: 4,90 € inkl. MwSt.
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Abstract

Der Aufsatz versucht zu zeigen, wie das Deutsche im Mittelalter beurteilt wurde. Dafür wird
zunächst der mittelalterliche Sprachbegriff erläutert. Dieser wird aus antikem, germanischem und christlichem Gedankengut synthetisiert.
Darauf aufbauend werden die Diskussionen über das Deutsche dargestellt. Dabei geht es um die Frage, wie Deutsch in Hinblick auf Rechtschreibung, Syntax, Aussprache, Gebrauch, kulturelles Prestige etc. beurteilt wurde. Die Bewertungsspanne reicht von »bäurisch und ärmlich« bis zu »elegant, gehoben und Deutsch ist die Sprach schlechthin«. Der betrachtete Zeitrahmen erstreckt sich vom 9. Jahrhundert (Otfried von Weißenburg) bis ins 16. (Martin Luther). Dabei kommen vor allem Geistliche, Gelehrte und Schriftsteller zu Wort. Diese lebendigen Diskussionen um die Qualität der eigenen Muttersprache werden über die Jahrhunderte weitergeführt und sind auch heute noch spürbar.

This paper describes discourses about the German language during the medieval period.
First, the medieval concept of language will be explained as a synthesis of antique, Germanic and Christian thought.
Following these introductory comments on the nature of language as defined during the middle ages, various discussions about the German language will be presented. These discourses revolve around the question of how German is evaluated with regard to its orthography, grammar, pronunciation, usage, and cultural prestige. The spectrum of evaluations ranges from considering German as »boorish and shabby« on the one hand to praising German as an »elegant, refined and the most superior language« on the other hand. The period under discussion stretches from the early 9th century (Otfried von Weißenburg) to the 16th century (Martin Luther). The key players in these debates were clergymen, scholars, and writers. These lively discussions continue throughout the subsequent centuries, and they still reverberate today.